Planung & Montage

Am Anfang steht selbstverständlich der dringende Wunsch, endlich auch an den schier unbegrenzten Möglichkeiten des modernen Fernsehens teilzuhaben. Wiederholte Besuche in einschlägigen Elektronikgroßmärkten oder Fachgeschäften haben die Begeisterung geweckt. Nun soll es auch möglichst schnell etwas werden mit der neuen Technik. Zumal das aktuelle Werbeprospekt das Superschnäppchen bereithält.

Trotzdem gilt es erst einmal, alle Euphorie sein zu lassen und sich dem Thema in der Planungsphase so sachlich wie möglich zu nähern.


Was darf ich?

Besitzern eines eigenen Hauses sind kaum Schranken auferlegt. Baurechtlich muss natürlich ab einer bestimmten Masthöhe für die Schüssel auf dem Dach möglicherweise eine Genehmigung vorliegen. Die blitzschutztechnische Absicherung der Anlage muss gewährleistet sein und wegen der Schnee- und Windlasten auch die statische Stabilität. Aber grundsätzlich stehen dem Eigenheimbesitzer alle Möglichkeiten auf: Dachmontage, Wand- oder Balkoninstallation oder bei ausreichend großem Garten auch die Aufstellung eines Großspiegels an einbetonierten, fest verankerten Masten. Insbesondere die Windlast einer solchen Satellitenantenne sollte keinesfalls unterschätzt werden. Sicherheit geht vor.

Etwas problematischer sieht das Wollen und Können bei Wohnungseigentümern aus, denn hier hat wahrscheinlich die Eigentürmergemeinschaft schon ein Wörtchen mitzureden, ob eine auf dem Balkon platzierte ?Schüssel? die Hausfront zieren darf. Ganz abgesehen davon, dass sich möglicherweise weitere Interessenten hinzugesellen und dann die professionelle Errichtung einer Hausempfangsanlage die bessere Alternative wäre.

Mieter, egal ob im Haus oder in der Wohnung, sollten in jedem Falle ihren Vermieter konsultieren, bevor sie auf Einkaufstour gehen oder gar mit der Installation beginnen. Da in den meisten Fällen Mietobjekte bereits mit einem Fernsehanschluss (oftmals kostenpflichtiges Kabelfernsehen) versorgt sind, gibt es sicher Diskussionsbedarf. Die neuere Rechtsprechung räumt Mietern vor allem dann einen Anspruch auf eine separate Satellitenanlage ein, wenn sie aus berechtigten persönlichen oder beruflichen Gründen Programme empfangen wollen oder müssen, die in der Hausanlage nicht gelistet sind.


Was will ich?

Die wichtigste Frage. Warum will ich wechseln? Um die laufenden Kosten des Kabelfernsehens zu sparen? Oder will ich bestimmte Programme sehen, die mein Kabelanbieter mir nicht bietet? Ist die Bildqualität mein Hauptargument? Also künftig soll so viel wie möglich HDTV auf meinem Schirm flimmerfrei zu sehen sein? Wie viele Geräte will ich anschließen, in welchen Räumen?


Meine Anlage

Komme ich zu dem Schluss ich darf, kann ich loslegen mit der konkreten Planung.

Meine Programme

Zuerst steht die Wahl an, welche Programme künftig empfangen werden sollen. Darauf basiert die Entscheidung des oder der anzupeilenden Satelliten. Besonders beliebt ist hier in Deutschland die Kombination ASTRA 19,2° Ost / Eutelsat Hotbird 13° Ost. Damit kommen alle Standardprogramme der öffentlich-rechtlichen und der privaten Sender ins Haus und zusätzlich Hunderte weitere spannende FTA-Sender.

Mein Spiegel

Ist diese Entscheidung gefallen, muss ein entsprechender Parabolspiegel her. Mit einem Durchmesser von 60 bis 90 Zentimetern sollten in den meisten Teilen der Bundesrepublik auch noch ausreichende Reserven für den Empfang auch bei schlechteren Witterungsbedingungen zur Verfügung stehen. Die Montage des Spiegels muss so erfolgen, dass er völlig freie "Sicht" in Richtung Süden hat. Zwischen der Schüssel und dem Satelliten dürfen sich keinerlei Hindernisse (Gebäude, Bäume, entferntere Hügel) befinden. Als Faustregel gilt, der Mindestabstand zu einem Hindernis sollte dessen doppelter Höhe entsprechen, um die Satellitensignale nicht zu beeinträchtigen.

Mein LNB

In Abhängigkeit davon, wie viele Geräte angeschlossen werden sollen, gilt es den richtigen LNB auszuwählen. Mit einem Universal-Single-LNB, der lediglich einen einzigen Anschluss zur Verfügung stellt, werden heute die wenigstens auskommen. Standard ist vielfach das stattliche ?Familiengerät? im Wohnzimmer, und dann verteilt über Schlafzimmer und Kinderzimmer ein, zwei, drei, oft vier weitere Empfänger in einem Haushalt. Jeder benötigt seinen individuellen Zugang zum LNB, in diesem Falle also einen Universal-Quad, inklusive dem eingebauten Multischalter.

Mein(e) Receiver

Digital ist bei Neuanschaffungen ein unumstößliches Muss. Ob mit oder ohne CI-Schächten bzw. integrierter Decodierungssoftware ist letztlich abhängig von den Programmen, die empfangen werden sollen.


Installation

Wer über handwerkliche Fähigkeiten und Erfahrungen verfügt, kann die Installation ohne größere Probleme auch selbst in Angriff nehmen. Für die Verkabelung gilt neben den bereits genannten Kriterien der Grundsatz der möglichst festen, soliden Verlegung. Sowohl die Wahl ungeeigneter Komponenten, als auch die handwerklich oberflächliche Verbindung der Kabel und Geräte kann zu starken Qualitätseinbußen bis hin zum Totalausfall führen.


Gemeinschaftsanlagen

In Mietshäusern oder bei Eigentürmergemeinschaften sollten die Empfangsanlagen in jedem Fall von professionellen Antennenbaufirmen installiert werden. Sie wissen am besten zu beurteilen, welcher Art der LNB zu wählen sind, mit welchen Multischaltern die Anlagen gesteuert werden und ob zusätzliche Verstärker oder Dämpfer in die Kabelstränge eingebaut werden müssen. Solche Anlagen werden meist auch nicht nur einen oder zwei, sondern eine größere Anzahl Satelliten "anvisieren", um den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Teilnehmer gerecht zu werden.

Bei der Verkabelung von Hausanlagen wird grundsätzlich zwischen der über Multischalter geführten Sternverkabelung und der Einkabelanlage unterschieden.

Im Falle der Sternverkabelung werden die Signale von den Parabolantennen und gegebenenfalls von einer zusätzlichen terrestrischen Antenne in den Multischalter geführt und von dort direkt zu jedem Teilnehmer weitergeleitet. Sie ist die bessere Wahl, da sie es ermöglicht, eine größere Zahl Satelliteninformationen an viele Nutzer zu verteilen. Sie erfordert jedoch einen relativ hohen baulichen Aufwand. Bei der nachträglichen Installation erweist es sich als günstig, wenn in der Immobilie bereits Leerrohrsysteme verlegt sind.

Bei der Einkabelanlage dagegen wird das Signal von einem zum anderen Nutzer "weitergeleitet". Die Wahl auf diese Variante fällt oftmals, um bereits vorhandene Hausverteilanlagen aus Zeiten des Kabelfernsehens oder alte terrestrische Antennenanlagen zu nutzen. Voraussetzung ist, dass die vorhandenen Anschlussdosen in der Lage sind, die Satellitenzwischenfrequenzen weiter zu leiten und die Kabel über eine ausreichende Schirmung verfügen. Die Dosen können unkompliziert gegen Sat-Dosen ausgetauscht werden. Für die Einspeisung ist ein spezieller Umsetzer erforderlich, der meist auf das horizontale Highband bei ASTRA zugreift, auf dem sich die deutschsprachige "Standardversorgung" im Fernseh- und Rundfunkbereich findet. Mit Hilfe einer Transpondererweiterung könnten zusätzlich weitere deutschsprachige auf ASTRA anliegende Programme empfangen werden. Die ganze Vielfalt des Satellitenempfangs ist auf diese Weise jedoch nicht realisierbar.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.satbau.de

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