Komponenten & Geräte
Eine Satellitenempfangsanlage besteht grundsätzlich immer aus den folgenden Grundkomponenten:
- Parabolspiegel mit LNB
- Verkabelung und Verstärkung
- Satelliten-Receiver
Parabolspiegel
Die Größe des Spiegels beeinflusst maßgeblich die Empfangsqualität. Als Regel gilt, je weiter entfernt sich die Empfangsanlage vom Zentrum der Ausleuchtzone befindet, um so größer sollte der Spiegel sein. Gebräuchliche Größen in Deutschland für den Empfang der EUTELSAT- und ASTRA-Signale sind 40, 60, 85, 90 oder 100 Zentimeter. Es gibt auch Exemplare mit Diagonalen von 33 und 45 Zentimetern. Vielfach hört man die Meinung, 60 Zentimeter genügen für ASTRA, 80 Zentimeter für EUTELSAT. Richtig ist, dass bei Durchmessern über einem Meter kaum noch Empfangsverbesserungen erzielt werden können.
Eine Schlechtwetterreserve aber, für Regen, Schnee, Hagel oder einfach dichte Bewölkung kann nicht schaden. Mittlerweile finden sich neben der annähernd runden Form auch rechteckige oder anderweitig abweichende Gestaltungen. Entscheidend sind ihr paraboloides Reflexionsverhalten und die Fähigkeit, die elektromagnetischen Wellen zu bündeln.
Zudem sollte auf eine hochwertige, möglichst wetterbeständige Beschichtung geachtet werden. Aluminium ist leicht und fest. Anders als bei "normalen" Fernsehantennen ist eine Unterdachmontage einer Satellitenschüssel nicht möglich. Sie benötigt den "freien Blick" zum Himmel. Eine stetig wachsende Palette von Farben ermöglicht auch die Abstimmung auf den Bauuntergrund, was in manchen Fällen die Erlangung einer Montagegenehmigung beispielsweise von einem Vermieter erleichtern könnte.
LNB - Low Noise Block Converter
Der LNB ist wie schon festgestellt die eigentliche Antenne in der Empfangsanlage, der Empfänger von Bild-, Ton- und auch Datensignalen. Zwischen der vertikalen und der horizontalen Polarisationsebene umzuschalten, gehört zu den Grundeigenschaften aller im Handel befindlichen Exemplare.
Bauarten und Unterschiede von LNB
- Analog oder digital
- Ältere Geräte sind allerdings nicht digitaltauglich, also keine Uiversal-LNB. Sie können die Frequenzen des Highbandes nicht auf die Zwischenfrequenz umsetzen. Hier sollte die Entscheidung auf jeden Fall für die moderne digitale Technik gefällt werden. Im Zweifelsfall geben Händler und Antennenbauer Auskunft, ob das ins Auge gefasste Exemplar die Anforderungen erfüllt.
- Nach zu versorgender Teilnehmerzahl
- 1 Teilnehmer
- Universal bzw. Digital Single LNB (mit einem Ausgang)
- 2 Teilnehmer
- Universal bzw. Digital Twin LNB (mit zwei Ausgängen)
- mehr als 4 Teilnehmer
- Universal Quattro LNB mit je zwei Schaltebenen für beide Frequenzbereiche (mit vier Ausgängen zur Verwendung über Multischalter)
- 3 und 4 Teilnehmer
- Universal Quad LNB (nicht erweiterbare Sonderbauform mit vier Ausgängen für maximal vier Teilnehmer mit integriertem Multischalter)
Dabei sind Teilnehmer nicht nur Personen oder Haushalte, sondern jedes einzelne Gerät, das versorgt werden soll.
- Nach anzupeilender Satellitenzahl
- Zu den technischen Highlights gehören LNB, die gleichzeitig mehrere Satellitenpositionen empfangen können, beispielsweise ASTRA auf 19,2° und EUTELSAT auf 13°. Das kombiniert deutsche Standardversorgung mit breiter kultureller Vielfalt. Solche auch Monoblock genannten LNB nutzen dabei die Tatsache, dass die beiden Anbieter ihre Flugkörper nur sechs Grad voneinander entfernt im Orbit betreiben. Monoblocks gibt es wieder in der ganzen Teilnehmerpalette. Mit integrierter DiSEqC-Steuertechnik finden sich inzwischen sogar solche, von manchen Herstellern auch Multytenne genannten Wunderwerke im Handel, die gleichzeitig drei ASTRA- und zwei EUTELSAT-Positionen anpeilen.
Multifeedhalter
Realisieren lässt sich ein Mehrsatellitenempfang auch über Multifeedhalter. Sie sind in der Regel mit fast allen Tragarmen kombinierbar. Es gibt sie mit zwei LNB-Aufnahmen und fester 6,2°-Winkelabweichung für die ASTRA-HOTBIRD-Kombination, aber auch mit frei einstellbaren Winkeln. Am Markt finden sich Halter mit Aufnahmen für bis zu vier LNB. Neuere LNB verfügen über einen standardisierten Aufnahmedurchmesser von 40 mm, dementsprechend sollte der Feed also über dieses Halterungsmaß verfügen.
Die Ausrichtung erfolgt auf den Satelliten mit dem schwächeren Signal, sodass der stärker zu empfangenden Frequenzgang immer noch für eine optimale Bild- und Tonqualität ausreicht, auch wenn der Satellit nicht hundertprozentig angepeilt wird. Solche Installationen werden häufig als "schielende Parabolspiegel" bezeichnet.
Mechanische Befestigungen
Üblicherweise werden Parabolspiegel vermittels einfacher oder auch motorisch drehbarer Halterungen an Standfüßen für die einfache Aufstellung, an Wandhalterungen oder an Dachmasten befestigt. Besonders große "Schüsseln" sollten gegebenenfalls an einbetonierten Haltemasten befestigt werden, zum Beispiel im Garten. Im Falle der motorischen Drehbarkeit erfolgt die Steuerung des Motors über den Receiver, um vorprogrammierte Satellitenpositionen anzusteuern. Selbst zeituhrgesteuerte Spiegelheizungen sind zu haben, um die Anlagen im Winter schnee- und eisfrei zu halten und damit eine gleich bleibende Empfangsqualität sicher zu stellen.
Elektronische Schalter und Verstärker
Folgende Bauteile können bei der Errichtung einer Satellitenanlage je nach den örtlichen oder situativen Gegebenheiten notwendig sein:
- DiSEqC-Schalter
- zur Steuerung der Polarisation und des Frequenzbereiches am LNB teils im wetterfesten Gehäuse für Außenmontage
- Einspeiseweichen
- um zusätzliche terrestrische Antennen in eine Antennenanlage zu integrieren
- Leitungsverstärker
- zur Erhöhung der Signalstärke der Satanlage in Richtung Receiver
- Breitbandverstärker
- um die Signale aus einer Satellitenempfangsanlage und einer DVB-T-Antennenanlage zusammenzuführen und bei Bedarf zu verstärken oder auch zu dämpfen
- Multischalter
- zur Versorgung von einer größeren Zahl Teilnehmer mit Hilfe von Quattro-LNB an einem, aber auch mehreren Parabolspiegeln zum Empfang mehrerer Satelliten. Erst durch Multischalter wird es bei diesen Anlagen möglich, dass jeder Empfänger ein anderes Programm anwählen kann. Sie gibt es dem Bedarf entsprechend mit verschiedenen Eingangszahlen, zum Beispiel fünf für einen Quattro-LNB und eine terrestrische Antenne. Oder neun Eingängen, wenn eine zweite Parabolantenne ebenfalls mit einem Quattro-LNB angeschlossen werden soll. Es gibt sie im Fachhandel auch mit 17 Eingängen. Sie können für 4, 6, 8, 12 oder 16 Teilnehmer durch die jeweilige Anzahl Ausgänge geeignet sein. Weitere Teilnehmer werden durch Kaskade-Erweiterungen aufgeschaltet. Multischalter verfügen häufig über einen integrierten DiSEqC-Schalter.
- Blitzschutzstecker
- als spezielle Überspannungsstecker für Koaxialkabel zur Verwendung an Geräten oder Antennensteckdosen
- Verbindungsmaterial
- Zur Herstellung der Verbindungen zwischen LNB und Receiver findet grundsätzlich digitaltaugliches Koaxialkabel Verwendung. Hier ist allerdings insbesondere wegen der zu übertragenden sehr hochfrequenten Ströme auf eine gute Abschirmung zu achten, möglichst also Klasse A mit vierfacher Schirmung. Wichtig sind zumindest im Außenbereich auch die Wetterbeständigkeit und die mechanische Belastbarkeit. Es gibt speziell für Satellitenanlagen hergestelltes Koaxkabel. Kabel gibt es in konfektionierten Längen oder als Meterware. Die Verbindungen erfolgen über F-Stecker und ebensolche Adapter. Auch hier gilt es sorgsam zu prüfen, was am Besten den Anforderungen der Anlage gerecht wird, goldbeschichtete Metallausführungen, einfachere Ganzmetallvarianten, oder mit Kunststoffgehäusen. Steckdosen, Wandhalterungen etc. komplettieren die Palette der Installationsmaterialien. Beim Verbindungsmaterial wird die höhere Anfangsinvestition durchaus mit besserer Empfangsqualität und Lebensdauer belohnt. Vorausgesetzt natürlich, auch die anderen Komponenten "stimmen".
Receiver
In den Receiver mündet das Antennenkabel, entweder direkt vom LNB oder vom Multischalter kommend. Es kann auch in einer Antennensteckdose an der Wand enden, die dann mittels Kabel mit dem Tuner verbunden werden.
Der Receiver dient dem Empfang der Rundfunk- und Fernsehprogramme, eventuell auch der Datenströme und gibt sie an die Endgeräte wie Fernsehapparat, Radio, Home Cinema Center, PC oder was auch immer weiter.
Alte Receiver können nur den Lowband-Bereich empfangen. Bei neuen Anlagen sollten ausschließlich Geräte Verwendung finden, die digitaltauglich, also auch für den Highband-Bereich geeignet sind. Empfehlenswert ist zudem die integrierte Fähigkeit, LNB über die DiSEqC-Technik zu steuern.
Grundsätzlich unterschieden werden zudem die folgenden drei Arten:
FTA Receiver
- Sie sind für alle frei empfangbaren Programme (Free-to-Air) geeignet. Verfügen sie zusätzlich über einen DVD-Schacht oder gar eine integrierte Festplatte, steigt zwar der Preis, aber sie können dann auch aufzeichnen. Ist das Gerät mit einem Twin-Receiver ausgestattet, kann es gleichzeitig ein Programm wiedergeben und ein anderes aufzeichnen.
CI Receiver
- Durch eine oder mehrere Common Interface Schnittstellen (CI) für spezielle Entschlüsselungsmodule sind diese Geräte zusätzlich für den Empfang von codierten Programmen geeignet. Auch sie können über DVD-Schächte und oder Festplatten verfügen. Da es verschiedene Verschlüsselungssysteme gibt, empfiehlt sich vor dem Kauf dringend die Konsultation von Fachleuten bei Herstellern, im Handel oder beim Installationshandwerk.
CI Embedded Receiver
- So werden Geräte bezeichnet, die über ein integriertes Entschlüsselungssystem wie Cryptoworks oder Conax verfügen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Geräte, die von den Anbietern spezieller Pay-TV-Programme direkt an ihre Kunden ausgeliefert werden. Wie auch für die Verwendung der Entschlüsselungsmodule für CI Receiver fallen bei diesen Receivern zusätzliche Kosten für den Empfang der Sonderleistungen an, meist verbunden mit längerfristigen Verträgen. Im Unterschied zu CI Receivern sind diese nur für die Entschlüsselung der einmal integrierten Systeme geeignet und können nicht für andere Systeme umcodiert werden. Manche enthalten allerdings zusätzliche CI-Schächte. Selbstverständlich sind FTA-Programme auch mit diesen Geräten frei und kostenlos empfangbar.
Fernseh- und Rundfunkempfänger
An den Satellitenreceiver lassen sich grundsätzlich alle Fernsehgeräte anschließen, also auch älteren "Glotzen" würde damit noch einmal ein neues Leben voller Vielfalt eingehaucht. Doch HDTV-fähig werden sie damit nicht. Sie werden über die klassischen Eurokabel (Scart-Schnittstellen) mit dem Receiver verbunden. Das Antennenkabel sollte immer zusätzlich mit dem Receiver verbunden sein. Ob bei älteren Geräten ohne Scart-Buchse dieses allein genügt, kann nur ein Test erbringen, oder die Rückfrage bei den Geräteherstellern.
Zur Übertragung von HDTV, des derzeit besten TV-Standards, müssen HD-Digital-Receiver Verwendung finden und mit dem Fernsehgerät über eine HDMI-Schnittstelle verbunden werden. Zusätzlich muss das Fernsehgerät in der Lage sein, das 16:9-Bildformat mit maximal 1920 x 1080 Bildpunkten abzubilden. Das können lediglich die sogenannten Full-HD-Geräte ohne Einschränkungen, als HD ready bezeichnete Empfänger zumindest mit einigen Abstrichen. Plasma oder LCD ist letztlich eine Frage der persönlichen Prioritäten.
- HDMI - High Definition Multimedia Interface
- volldigitale Schnittstelle für Audio- und Videoübertragung
- Ebenfalls recht gute Ergebnisse lassen sich mit den sogenannten Component-Videoanschlüssen erzielen. Mit dem Componentkabel werden die farbig gekennzeichneten YPbPr-Buchsen beider Geräte verbunden, mit der Audioschnur die Eingänge L und R.
- Farben Component-Videokabel
- Y grün
- Pb blau
- Pr rot
- Farben Audiokabel
- L weiß
- R rot
Externe DVD-Rekorder
Sie werden wie Fernsehgeräte mit dem Receiver verbunden. Viele neuere Receiver verfügen auch über USB- oder Ethernet-Anschlüsse. Je mehr Anschlüsse, um so flexibler im Übrigen einsetzbar und um so zukunftssicherer auch für weitere Anwendungen.
Receiver als Set-Top-Box benötigen immer zusätzlichen Platz und häufig auch eine separate Fernbedienung. Steht ohnehin die Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes auf der Tagesordnung, empfiehlt sich die Erwägung eines Gerätes mit integriertem Satellitenreceiver.
Einige Hersteller bieten heute im Flachbildschirmbereich Geräte an, die bereits über alle drei digitalen Empfangsvarianten (DVB-T / DCB-C / DVB-S) verfügen. Ist zusätzlich auch noch eine Festplatte für die Aufzeichnung integriert, ist der Kunde mit seinem neuen TV-Gerät für alle Eventualitäten auf der sicheren Seite. So eine Leistung hat allerdings auch ihren Preis und die Auswahl sollte mit Bedacht und gutem Rat erfolgen.
Soll allerdings mit einem externen Rekorder aufgezeichnet werden, wird dafür ein externer Receiver benötigt. Über Signalausgänge verfügen die Fernsehgeräte bislang nicht.
Ist geplant, dass Radioempfänger an den Satellitenreceiver angeschlossen werden, geht das ebenfalls über das schon beschriebene Audiokabel. Ebenso wird die Audiokomponente der Heimkinoanlage verkabelt.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.satbau.de
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